Meran

Pharmaziestudentinnen/en der Goethe-Universität in Frankfurt am Main nach Meran zum pharmacon

Am 22. Mai 2016 um 5:20 Uhr begann die Reise für uns, das 7. Semester der Pharmaziestudentinnen und Pharmaziestudenten der Goethe-Universität, zumdiesjährigen Fortbildungskongress in Meran. Im Mittelpunkt des Kongresses standen viele interessante Vorträge über die Thematiken »Schmerz, Geriatrie und Pädiatrie«.

Hierbei trafen wir auf bekannte Thematiken des Studiums, die mit vielen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und einem ständigen Praxisbezug ergänzt werden konnten.

In den ersten beiden Kongresstagen erfuhren wir vieles über Neuropathische Schmerzen, den akuten und chronischen Kopfschmerz, die Opioidtherapie bei Schmerzen und den Placebo-Effekt. Hieraus konnte man für die spätere Praxis viele hilfreiche Tipps mitnehmen. Zum Beispiel wie man »harmlose« von lebensgefährlichen Kopfschmerzen, beispielsweise aufgrund von Subarachnoidalblutungen, unterscheiden und entsprechend intervenieren kann.

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Foto: PZ

Im Anschluss des Kongresses ging es dann am Montag auf Einladung der Firma Sanacorp auf eine äußerst interessante, informative und gesellige Seminarveranstaltung in die Kellertaverne des Hotels Siegler im Thurm. Hierbei kam es zu vielerlei Gesprächen, die bis in die Nacht fortwährten.

Der Dienstag des Pharmacon stand vollkommen im Zeichen der Geriatrie. Unter anderem wurden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt wie Apotheker sich in diesem Bereich noch stärker profilieren könnten, so zumBeispiel bei der AMTS im Altersheim, oder bei Beratungen bezüglich der Applikation von problematischen Arzneiformen.

Nachdem also für das geistige Wohl gesorgt wurde, ging es unmittelbar vom Kurhaus auf Einladung des Govi-Verlags und der WuV zum Gasthof Hochmuth. Neben einer bezaubernden Aussicht und einer vorzüglichen Bewirtung wurden viele neue Kontakte unter den Studierenden der verschiedenen Universitäten geknüpft und ein reger Austausch zwischen ihnen und den Förderern ermöglicht.

Unser letzter Tag in Meran spannte den Bogen von der Geriatrie zur Pädiatrie sowie zu Innovationen auf dem Arzneimittelmarkt. Weiterhin fand die Verleihung des PZ-Innovationspreises 2016 statt, mit dem der immunonkologische Wirkstoff Nivolumab ausgezeichnet wurde.

Nicht unerwähnt soll zudem die Stadtführung durch Meran bleiben, die trotz schlechten Wetters am Montag stattfand und uns einen Einblick in die Historie und Gegenwart der idyllischen Stadt gab. Wir erlebten die Reise nach Meran als eine Bereicherung für unser Studium und unsere berufliche Zukunft, die unser Interesse an weiteren Fortbildungskongressen geweckt hat und diesbezüglich mit Sicherheit für viele
unserer Kommilitoninnen und Kommilitonen nicht die letzte Teilnahme an einempharmacon gewesen sein wird.

Nicht zuletzt möchten wir uns noch bei dem Frankfurter Pharmazieschule e. V., vor allem bei Professor Dr. Schubert-Zsilavecz, Professor Dr. Dingermann und der Organisatorin, Frau Kaiser. bedanken, ohne deren Einsatz die Studienreise nicht möglich gewesen wäre. Zudem möchten wir der Firma Sanacorp, vertreten durch Frau Dr. Kaufmann, für ihre Unterstützung und dem Govi-Verlag sowie der WuV für den gelungenen Abend in Hochmuth unseren Dank aussprechen.

Stellvertretend für das 7. Semester der Studentinnen und Studenten der Pharmazie der Goethe Universität Frankfurt am Main,
Cristian Zang,Thomas Zimmermann und Sebastian Jugl

Beitrag erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung / Ausgabe 24, 2016

Botanische Exkursion: Juval, Schnalstal, Vinschgauer Sonnenberg

Di398624_s0056_K4_Ansicht_Seite_1_Bild_0002e botanische Wanderung im Rahmen des pharmaconMeran am26.Mai führte eine Gruppe unter Leitung von Birgit Wolf-Kirschenlohr bei sonnigem Wetter von der Kirche St. Martin in Tschars zum Schloss Juval. Vorbei an Weinbergen, begleitet von verschiedenen Weg-Malven und mit genialem Blick auf die über 3000 m hohen Berge ging es entlang des Naturlehrpfads durch den Bergwald.

Auf diesemSchnals-Waalweg ging es immer am Wasser entlang, vorbei an vereinzelten Schwarzkiefern (Pinus mugo), Rotem Hartriegel (Cornus sang uinea), Schwarzem Holunder (Sambucus nigra), blühenden Robinien (Robinia pseudacacia), Kornelkirsche (Cornus mas) und Blasenstrauch (Colutea arborescens). Im Unterwuchs findet man verschiedene Hahnenfußarten (Ranunculus spec.), Schöllkraut (Chelidonium majus), Glaskraut (Parietaria officinalis), Roßminze (Mentha longifolia), das weiße Waldvöglein (Cephalanthera damasonium) und den braunstieligen Streifenfarn (Asplenium trichomanes), in offeneren Bereichen auch das Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile).

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Ochsenzunge

Ein sanfter Aufstieg führte uns in einen wärmeliebenden Flaum-Eichenbuschwald (Quercus pubescens), begleitet von blühenden Manna-Eschen (Fraxinus ornus) und durchsetzt mit vereinzelten Ulmen (Ulmus glabra) und der Steinweichsel (Prunus mahaleb).

Wir wanderten nun durch eine außerordentlich artenreiche Steppenvegetation am Vinschgauer Sonnenberg. In diesem Gebiet, in dem die Trockenrasenund Steppenlandschaft nicht durch Aufforstung mit Robinien oder Waldkiefern erfolgte, besteht die Vegetation aus xerophilen Pflanzen, die sich vor Austrocknung entweder durch Blattreduktion oder durch einen dicken Haarfilz

oder ledrige Blätter schützen. Dazu gehören sukkulente Fetthenne (Sedum telephium), Dickblatt-Mauerpfeffer (Sedum dasyphyllum), Spinnweben-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum) und die Echte Hauswurz (Sempervivum tectorum) in den Felsen, ebenso der seltene Schriftfarn (Ceterach officinarum) in alten Trockenmauerwerken. Wermut (Artemisia absinthium) fanden wir entlang unseres Weges.

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Dickblatt Mauerpfeffer

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Teufelskralle

Weitere floristisch herausragende Raritäten waren Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe), Rutenknorpellattich (Chondrilla juncea), die Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis), Feld-Beifuß (Artemisia campestris) und Sadebaum (Juniperus sabina).

Nach einem kurzen steilen Aufstieg waren wir am Ziel: Schloss Juval, eine mittelalterliche Burg auf einer kuppigen Bergformation auf etwa 1000 m Höhe. Von dem Extrem-Bergsteiger Reinhold Messner 1983 gekauft, findet sich hier ein Museum mit Tibetika-Ausstellung und Expeditionsraum. Zur Mittagszeit kehrten wir dann im Buschenschank unterhalb der Burg Juval ein, ein uriges Gasthaus, das Reinhold Messner gehört.

Da die Tour wegen eines Lawinenabgangs bei Altratheis abgeändert werden musste, liefen wir am Nachmittag auf dem unterenWaalweg zunächst über offene Hänge mit wunderschönen weiten Ausblicken. Unser Weg führte an Vogelkirsche (Prunus avium), AufrechtemZiest (Stachys recta), Sonnenröschen (Helianthemum nummularium),

Vielblütiger Weißwurz (Polygonatumodoratum) und Teufelskralle (Phyteuma betonicifolium) vorbei. Auf einer Kakteenwiese

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Sonnenröschen

blühten einige gelbe Opuntien; anschließend machten wir kurze Rast unter einem wunderschönen Kastanienhain (Castanea sativa).

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Burg Juval

Wir begegneten auf unserem Weg einigen giftigen Pflanzen, aber auch vielen Heilkräutern. Die Pflanzenfamilienzugehörigkeit der Heilkräuter war ebenso Thema wie ihre Inhaltsstoffe und ihre pharmazeutische Verwendung. Dabei ging es nicht nur um die Phytotherapie, sondern auch um die Homöopathie. Bei der Zaunrübe (Bryonia dioica) sprachen wir über die interessante Strategie der Geschlechtsmimikry, um mögliche Bestäuber anzulocken. Weitere Themen waren die Gallwespenplage an Edelkastanienbäumen und die Bekämpfung des Kiefernprozessionsspinners.

BirgitWolf-Kirschenlohr,
Diplom-Biologin und Apothekerin

Beitrag erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung / Ausgabe 24, 2016

Exkursion in Südtirol: VomHofmahdjoch nach Proveis

Eine der Exkursionen im Rahmen des pharmacon Ende Mai in Meran führte vom Hofmahdjoch am Deutschnonsberg nach Proveis und wurde von Dr. Ursula Barthlen geleitet.

Unsere Fahrt von Meran über Lana brachte uns am Hausberg von Meran, dem Vigiljoch, vorbei und führte ins Ultental. St. Pankraz ist die erste Ortschaft und die größte Siedlung des Ultentals. In der Pestkapelle erinnert ein Schild aFoto2n die große Pest von 1636. Durch die Ortschaft führt die Judikarienlinie bis zum Tonale-Pass – mit einer Länge von 700 km die bedeutendste tektonische Störungslinie der Alpen. Diese als periadriatisches Lineament, in ihrem westliche Teil auch als Judikarienlinie bezeichnete Naht trennt die Ostalpen von den Südalpen, im weitesten Sinn den europäischen vom afrikanischen Kontinent. In diesen Störungszonen zirkulieren Wässer, die aus sehr großer Tiefe stammen und hohe Mineralgehalte aufweisen. Daher werden sie als Mineral- und Heilwässer genutzt wie das radonhaltige Heilwasser vomVigiljoch. Die Verbindungsstrecke zwischen Ulten und Proveis führt auf einer erst 1998 fertiggestellten, steilen und teils in Tunneln geführten Straße, der Proveiser Straße, einem früheren Saumweg, durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Das Hofmahdjoch ist ein Gebirgspass, der das Südtiroler Ultental mit Proveis verbindet.

VomParkplatz des Hofmahdtunnels (1690 m) starteten wir durch den Wald hinauf zu den mit Schwefelanemonen (Pulsatilla alpina subsp. apiifolia) und Holunderorchis (Orchis sambucina) reichen Hofmahdwiesen. Die Blätter der giftigen Herbstzeitlose

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Drüsige Primel

(Colchicum autumnale) und der Germer (Veratrum verum) machen die Wiesen als Weide unbrauchbar. Wir fanden die am Boden plattgedrückten Blätter der Arnika (Arnica montana) – lag doch zwei Tage vorher hier noch Schnee – und die tief eingeschnittenen Blätter des Wolfseisenhuts (Aconitum lyoctonum). Die ausgegrabenen Wurzeln wurden früher zumVergiften der Wölfe genutzt.

Bergan entdeckten wir die sterilen Sprosse des immergrünen Winterschachtelhalms (Equisetum hiemale), dessen Stängel heute noch zum Schärfen der Klarinettenblätter im Handel sind. Über einen Steig ging es an niederliegenden Zwerg-Wacholderbüschen (Juniperus sibirica) zunächst durch Wiesen hinauf zur aufgelassenen Oberalm (1894 m). Von den Pflanzen dort hätten wir uns in Notzeiten ernähren können: Hier wächst Guter Heinrich (Chenopodium bonus henricus), Alpenampfer (Rumex alpinus), große Brennnessel (Urtica dioica) und als Gewürz das bittere Schaumkraut (Cardamine amara).

Durch noch nicht blühende Alpenrosenfelder (Rhododendron ferrugineum) kamen wir zu einer alten Lärche (Larix decidua), die voll mit weißem Lärchenschwamm (Polyporus officinalis) und grün leuchtender Wolfsflechte (Letharia vulpina) bewachsen war. In den Ansätzen zu Lebenswässern (Schwedentrunk) durfte der Lärchenschwamm mit dem darin enthaltenen, abführend wirkenden Agaricin nicht fehlen. Die in der Wolfsflechte enthaltene schwefelgelbe Vulpinsäure ist für Fleischfresser wie Füchse und Wölfe hoch giftig.

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Röhren-Gelbstern

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Kuhfladen-Tintling

Von da nahmen wir den Bonacossa-Weg durch den Fichten-Lärchen-Latschen-Wald zur Kesselalm (1917 m) und fanden Drüsige Primel (Primula hirsuta), Pestwurz (Petasites hybridus), Huflattich (Taraxacum officinale) und Meisterwurz (Peucedanum ostruthium). An der Waldgrenze wuchsen nur noch Latschen, Wacholder und einzelne Lärchen; doch wir entdeckten in fast 2000 m Höhe den Röhren-Gelbstern (Gagea fistulosa).

Nach dem Abstieg erwartete uns die wohl verdiente Rast an der Unteren Kesselalm (1650 m) mit einheimischen Spezialitäten. Beim Abstieg, vorbei an einem Kuhfladen, verziert mit dem Tintling (Coprinopsis nivea), ging es durch Fichten-Tannen-Buchen-Mischwald entlang des Erlebniswanderwegs ins abgelegene Bergdorf Proveis (1420 m). Unterwegs konnten sich manche Wanderer in einer Kneippanlage die müden Füße erfrischen.

Wir trafen auf den Wurmfarn (Dryopteris filix mas), dessen noch nicht entfaltete Wedel wie Bischofsstäbe aussehen. Der Wurzelstock war früher ein bekanntes Vermifug gegen Bandwürmer. Nach dem Auffinden von Sauerklee (Oxalis acetosella), dem»fleischfressenden« Alpenfettkraut (Pinguicula alpina) und dem Stängellosen Enzian (Gentiana acaulis) beendeten wir unsere schöne Wanderung im kleinen Bergdorf Proveis an der St. Nikolaus-Kirche, in der die Gebeine der Heiligen vom Deutschnonsberg ruhen.

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Stängelloser Enzian

Beitrag erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung / Ausgabe 24, 2016

Dr. Ursula Barthlen, 72144 Dußlingen,
E-Mail: barthlen(at)t-online.de

 

Für Jung und Alt

Gleich und gleich gesellt sich gern. Diese Redensart lässt sich gut auf den Fortbildungskongress pharmacon in Meran übertragen. Der Wissensdurst und Spaß an pharmazeutischer Fortbildung einte die rund 850 Teilnehmer, ob Pharmaziestudent, Pharmazeut im Praktikum oder erfahrener Apotheker.

Wenn alte Hasen und junge Füchse zusammensitzen, zeigt das, wie gut Genera­tionen voneinander lernen können. Ein Seminar in Meran trieb diesen Gedanken auf die Spitze: Ein jüngerer Kollege brachte als Referent das Wissen aus dem Studium ein, die ältere Kollegin glänzte mit ihrem Erfahrungswissen aus dem Apothekenalltag. Man kann also auch sagen: »Jung und Alt gesellt sich gern.«

Apropos jung und alt: Zwei Schwerpunktthemen des Kongresses waren die Pädiatrie und Geriatrie. Auf den ersten Blick lag der Fokus damit auf zwei sehr unterschiedlichen Patientengruppen. Schaut man aber genauer hin, so lassen sich Parallelen erkennen. Sowohl bei Senioren als auch bei Kindern bestehen besondere Anforderungen bei der Dosierung von Arzneistoffen und bei der Anwendbarkeit von Arzneiformen. Auch das Thema Adhärenz spielt in beiden Fällen eine wichtige Rolle. Egal, ob jung oder alt: Ohne jeden Zweifel nimmt das pharmazeutische Per­sonal in der Beratung aller Patienten eine Schlüsselfunktion ein, zum Beispiel bei der Erklärung der Anwendung verordneter Arzneimittel oder durch Empfehlungen in der Selbstmedikation.

Im Rahmen der Medikationsanalyse und des Medikationsmanagements bei Patienten mit Polymedikation werden Apotheker zukünftig mehr Verantwortung übernehmen. Das bedeutet mehr Pharmazie und weniger Bürokratie. Auch dieser Wunsch eint alle Alters- und Berufsgruppen im HV. Ebenso darf man sich gemeinsam darüber freuen, dass ein langjähriges Problem wohl behoben ist. Nullretaxationen aufgrund kleinster formaler Versäumnisse oder Fehler auf dem Rezept sind künftig weitgehend unmöglich (lesen Sie dazu auch Nullretax bei Formfehlern: Heilung in Sicht). Endlich werden Apotheker mal ein wenig unnötigen Ballast los.

Sven Siebenand
Stellvertretender Chefredakteur

Beitrag erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung / Ausgabe 22/2016
copyright Foto: PZ/Alois Müller

 

»Marge deckeln? Nicht mit uns!«

Von Christina Müller und Sven Siebenand, Meran / Nullretax, Pharmadialog und E-Health-Gesetz: Das Jahr 2016 war bislang turbulent für die Apotheker. Während die ABDA den Schiedsspruch zur Nullretaxation bei Formfehlern begrüßt, stießen die Ergebnisse des Pharmadialogs beim pharmacon in Meran auf deutlich weniger Zuspruch.

Bei der politischen Diskussionsrunde zeigte sich der DAV-Vorsitzende Fritz Becker mit der vor der Schiedsstelle erreichten Einigung mit dem Spitzenverband der Krankenkassen in Sachen Nullretax zufrieden. »Der gordische Knoten ist jetzt durchschlagen«, sagte Becker. Es gebe bei vielen Punkten nun eine klare Lösung, der beide Seiten zugestimmt haben. Wäre es nicht zu einer Einigung gekommen, hätte der Verlierer, so Beckers Vermutung, geklagt. Dann wäre man unter Umständen wieder vor dem Bundessozialgericht gelandet, welches früher bereits Nullretaxationen gebilligt hatte.

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Über die politischen Ereignisse 2016 diskutierten der DAV-Vorsitzende Fritz Becker, Präsident der Bundesapothekerkammer, Andreas Kiefer, ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold und ABDA-Sprecher Reiner Kern (von links).

Gewisse Rechtssicherheit

»Wir sind nun an einem Punkt angekommen, wo eine gewisse Rechtssicherheit vorliegt«, sagte Becker. Daran könne man sich nun »entlanghangeln«. Der DAV-Vorsitzende betonte, dass es bei einigen Krankenkassen nun noch wichtig sei, den Feinschliff dieser Einigung hinzubekommen. Zudem sei es notwendig, die juristischen Formulierungen in verständliche Regeln für die Praxis umzusetzen. Becker erinnerte daran, dass derzeit noch einige Retaxationen auf Eis liegen, da man zunächst die Ergebnisse der Schiedsstellendiskussion abwarten wollte. Diese Fälle würden nun unter einem neuen Licht betrachtet. Becker zeigte sich zuversichtlich, dass man dafür Lösungen finden wird.

War Becker mit den Ergebnissen in Sachen Nullretax zufrieden, so gilt dies nicht für die Ergebnisse des Pharmadialogs. Der Plan der gesundheitspolitischen Sprecher von Union und SPD, bei hochpreisigen Arzneimitteln die Apothekenmarge ab einem bestimmten Betrag zu deckeln, sorgt beim Verbandschef für Empörung. »Ein finanzieller Ausgleich für Hochpreiser kann nur zwischen Krankenkassen und Herstellern geschehen. Wir haben Kosten bei Einkauf und Handling der Arzneimittel – die Marge zu deckeln wird deshalb mit uns nicht möglich sein.«

Auch mit Blick auf den Medikationsplan ist Becker nicht bereit, Leistungen ohne Honorar zu erbringen. Ab Oktober sind Ärzte laut E-Health-Gesetz dazu verpflichtet, jedem Patienten, der drei oder mehr Rx-Arzneimittel gleichzeitig einnehmen muss, auf Wunsch einen solchen Plan auszuhändigen. Pflegen dürfen ihn auch die Apotheker – eine Bezahlung ist dafür bislang jedoch nicht vorgesehen. Solange das der Fall ist, will der DAV-Vorsitzende mit angezogener Handbremse arbeiten. »Wenn wir die perfekte Lösung umsonst anbieten, haben wir verloren. Wir sollten auf eine angemessene Vergütung pochen und nicht von Anfang an unser volles Potenzial ausschöpfen.«

Überzeugungsarbeit nötig

Damit es auch in den Kassen der Apotheker klingelt, sei noch viel Überzeugungsarbeit nötig. Zwar habe er schon viele Politiker und Ärzte auf seine Seite bringen können, so Becker. »Wir ziehen aber weiter von Tür zu Tür, um zu zeigen, was mit diesem Instrument noch alles möglich ist, wenn man uns mit ins Boot holt.« Die Zwischenergebnisse der Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) hätten dabei regelmäßig für großes Staunen gesorgt. »Bei ARMIN ist eine ordentliche Bezahlung der Apotheker möglich. Das werden wir auch in der Breite schaffen.«

Mit dem E-Health-Gesetz hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auch für neue digitale Versorgungsformen die Tür weit aufgestoßen. Aus der Sicht von ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold müssen die Apotheker jetzt die Chance ergreifen, sich im System neu zu positionieren. »Das E-Health-Gesetz ist erst der Anschub der digitalen Vernetzung im Gesundheitswesen«, sagte er. Es werde nicht lange dauern, bis auch das sogenannte E-Rezept Einzug in den Versorgungsalltag hält. »Daraus könnten viele Vorteile folgen – etwa ein Abbau der Bürokratie und ein erleichterter Informationsaustausch zwischen den Heilberuflern.« Auch Teilbelieferungen eines Rezepts wären Arnold zufolge möglich. Er warnte jedoch davor, aus Angst vor dem Versandhandel die mögliche Einführung des E-Rezepts zum Anlass zu nehmen, sich verstärkt auf die Logistik zu konzentrieren. Die dänischen Kollegen hätten sich damit keinen Gefallen getan. »In Dänemark versorgen die Apotheken zwar sehr viele Patienten, durch die zusätzlichen Kosten verdienen sie letztlich aber pro Rezept durchschnittlich gerade einmal 2 Euro.«

Auch die deutschen Pharmazeuten müssten jetzt umdenken, so Arnold. »Unsere intellektuelle Leistung wird in Zukunft nicht darin liegen, Wissen zu speichern, sondern dieses Wissen unterschiedlichen Patienten mit unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten zu vermitteln.« Der Placebo-Effekt mache deutlich, welchen Stellenwert der persönliche Kontakt zum Heilberufler für den Erfolg einer Therapie einnehme. Arnold rät daher den Kollegen, verstärkt auf eine empathische pharmazeutische Beratung zu setzen. Das Vertrauen des Patienten zum Apotheker entscheide letztlich über die Zukunft des Berufsstands. »Wir müssen beweisen, dass wir für ein funktionierendes Gesundheitssystem notwendig sind.«

Apothekernachwuchs

Auch zum Thema Apothekernachwuchs äußerte sich Arnold im Laufe der Diskussion. »Jeder einzelne Apotheker muss Botschafter für den Nachwuchs sein«, so der ABDA-Vizepräsident. Er ermunterte die Kollegen, Schülern über Praktika die Möglichkeit zu geben, in Apotheken hineinzusehen und zu erleben, was dort alles geschieht. Lohnt es sich überhaupt noch für den Nachwuchs, sich mit einer eigenen Apotheke selbstständig zu machen? Becker vertrat die Meinung, dass sichere Rahmenbedingungen für die Honorierung geschaffen werden müssen. Ein großes Manko sei es, dass das Honorar momentan nicht regelmäßig überprüft wird. »Da muss etwas geschehen. Apotheken dürfen nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt sein.« Becker forderte, dass das Honorar daher mindestens alle zwei Jahre neu überprüft wird. Zudem könne auch die Honorierung neuer pharmazeutischer Dienstleistungen, wie Diabetes-Screening, Impfpass-Check oder Medikationsmanagement, dazu beitragen, sichere Rahmenbedingungen zu schaffen. »Dann macht es auch wieder Spaß, sich selbstständig zu machen«, so Becker.

Ähnlich sieht es auch der Präsident der Bundesapothekerkammer, Andreas Kiefer. Auch er begrüßt die Einführung von neuen pharmazeutischen Dienstleistungen. Gleichzeitig stellte er aber die Frage in den Raum, von wem und wie diese zusätzliche Arbeit geleistet werden soll. Die Anzahl an Studienplätzen für das Fach Pharmazie müsse steigen. Zudem sei es erforderlich, vom Staat aus mehr Geld ins System zu pumpen, um diese Dienstleistungen angemessen honorieren zu können. Davon würden dann nicht nur die Apothekeninhaber profitieren, sondern auch die Angestellten. Wird ein nennenswerter Teil des Betriebsergebnisses über neue pharmazeutische Dienstleistungen erwirtschaftet, findet sich das laut Kiefer letztendlich auch in den Tarifverträgen wieder. /

Beitrag erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung / Ausgabe 22/2016
copyright Foto: PZ/Alois Müller

Atopische Dermatitis: Basispflege hat viele Effekte

Petra_HoeggerEine konsequente Basispflege, am besten morgens und abends, ist bei atopischer Dermatitis unerlässlich. Eine gute Hautpflege könne Juckreiz lindern, die Zeit bis zum Rezidiv verlängern und möglicherweise sogar der Primärprävention dienen, sagte Professor Dr. Petra Högger (Foto), Universität Würzburg, beim pharmacon in Meran. Sie stellte eine Studie vor, in der Neugeborene mit familiärer atopischer Belastung ab der dritten Lebenswoche regelmäßig mit einer wirkstofffreien Basistherapie eingecremt wurden. Die kumulative Inzidenz einer Neurodermitis war bis zum sechsten Lebensmonat um 50 Prozent reduziert.

Zur Basispflege stehen zahlreiche Topika von der Lösung bis zum lipophilen Gel zur Verfügung. Je nach Hautzustand könne man damit Kühlung und Austrocknung bis hin zu Okklusion und Hautschutz erreichen. Meist ist die Adhärenz mäßig. Högger empfahl: «Der Patient muss die Grundlage mögen; lassen Sie ihn wählen.»

Pflegende Externa mit Harnstoff können die Wasserbindungsfähigkeit der Haut weiter verbessern. In Studien sei zudem die Induktion von antimikrobiellen Peptiden sowie von Hautbarrieremolekülen unter Harnstoff gezeigt, informierte die Apothekerin. Allerdings ist Harnstoff für Kinder unter fünf Jahren und bei akut entzündeter Haut ungeeignet, da häufig Hautirritationen auftreten.

Höggers Fazit für die Neurodermitis-Therapie: im akuten Stadium konsequent antiinflammatorisch behandeln, im chronischen Stadium konsequente Basispflege einhalten und bei beginnender Exazerbation früh intervenieren. (bmg)

Beitrag erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung / Nachrichten, 30.05.2016
copyright Foto: PZ/Alois Müller

Arzneiformen für Kinder: Todesurteil für die Parabene

Joerg_BreitkreuzKommt jetzt das Aus für die Parabene? Professor Dr. Jörg Breitkreutz (Foto) vom Institut für Pharmazeutische Technologie der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf ließ daran keinen Zweifel. «Neue Erkenntnisse belegen, dass Propylparaben am Estrogenrezeptor aktiv ist», sagte er beim Fortbildungskongress pharmacon in Meran. «Auf europäischer Ebene gibt es derzeit Bestrebungen, Parabene in Arzneimitteln zu verbieten, die bei Kindern unter zwei Jahren zur Anwendung kommen.»

Aus seiner Sicht würde eine solche Regelung das Todesurteil für diese Stoffe bedeuten. «Die Hersteller wünschen sich natürlich einen möglichst breiten Zulassungsbereich für ihre Medikamente. Wenn das Verbot kommt, werden sie sich nach alternativen Konservierungsmitteln für ihre Zubereitungen umschauen.» Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (CHMP) hatte im Oktober 2015 den Einsatz von Parabenen in einem Reflection Paper bewertet. Das Ergebnis: Vor allem in pädiatrischen Formulierungen zur oralen Applikation sollte auf diese Stoffe wenn möglich verzichtet werden.

Bislang gebe es international völlig unterschiedliche Meinungen zur Toxizität von Propylparaben. So sei es etwa in den USA derzeit noch in fast allen Kinderarzneimitteln enthalten. Die Beurteilung des CHMP – die erste ihrer Art – könnte aber jetzt für ein Umdenken sorgen. «Ich bin mir ganz sicher, dass die Parabene vom Markt verschwinden werden», sagte Breitkreutz.

Bei den Parabenen handelt es sich um Ester der para-Hydroxybenzoesäure. Methyl- und Propylparaben kommen im Verhältnis 3:1 als Konservierungsmittel in Kosmetika sowie Arznei- und Lebensmitteln zum Einsatz. (cm)

Beitrag erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung / Nachrichten, 27.05.2016
copyright Foto: PZ/Alois Müller

ASS bei Kindern: Das muss kein Fehler sein

Stephanie_LaeerViele wissen, dass der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) wegen der Gefahr des Reye-Syndroms bei Kindern nicht eingesetzt werden sollte. Allerdings gibt es Ausnahmen von der Regel. Darauf machte Professor Dr. Stephanie Läer (Foto) von der Universität Düsseldorf beim Fortbildungskongress pharmacon in Meran aufmerksam.

«Bei der Therapie des Kawasaki-Syndroms wird ASS bei jungen Patienten obligat eingesetzt», informierte die Apothekerin und Ärztin. Dabei handelt es sich um eine akute, fieberhafte, systemische Erkrankung, bei der es zur Gefäßentzündung der kleinen und mittleren Arterien kommt. Symptome sind hohes Fieber, Lacklippen, Himbeerzunge und Konjunktivitis. Eine vermeintliche Fehlverordnung von Ärzten kann sich somit laut der Referentin als gewollt und richtig erweisen.

Läer ermunterte die Apotheker dennoch dazu, immer pharmazeutische Bedenken anzumerken, wenn sie einen Off-Label-Use, zum Beispiel aufgrund des Alters des Kindes, auf dem Rezept erkennen. In diesem Fall solle das pharmazeutische Personal Rücksprache mit dem Arzt halten und sich die Richtigkeit der Verordnung bestätigen lassen. Ein Beispiel: Paracetamol ist für Säuglinge ab einem Körpergewicht von 3 kg zugelassen. Das heißt, das zu behandelnde Kind muss nicht nur ausreichend schwer sein, sondern mindestens auch 28 Tage alt. Der Einsatz bei einem Neugeborenen mit einem Körpergewicht von 3 kg entspricht dagegen nicht der Zulassung. (ss)

Beitrag erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung / Nachrichten, 27.05.2016
copyright Foto: PZ/Alois Müller

Polymedikation bei Senioren: Merkkarte unterstützt Apotheker

Senioren haben grundsätzlich ein höheres Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen als jüngere Menschen, weil sie häufig mehrere Arzneimittel gleichzeitig einnehmen müssen. Vor allem Alten- und Pflegeheimbewohner sind betroffen. Wie die Apotheker helfen können, war jetzt Thema eines Vortrags von Professor Dr. Ulrich Jaehde beim pharmacon in Meran, wie die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände heute mitteilte.

Demnach ist die Rolle der Apotheker durchaus tragend – allerdings nur in Kooperation mit Ärzten und Pflegekräften. So könnte eine Medikationsanalyse effektiv dazu beitragen, arzneimittelbezogene Probleme zu erkennen und zu vermeiden. Doch sei diese sehr zeitaufwendig: «Aus einer Pilotstudie wissen wir, dass eine geriatrische Medikationsanalyse zwischen 1,5 und 3 Stunden dauert – pro Patient», sagte Apotheker Jaehde.

Mit einer Merkkarte, auf der die häufigsten arzneimittelbezogenen Probleme in Pflegeheimen sowie Strategien zu deren Vermeidung zusammengefasst sind, wollen Jaehde und seine Kollegen Petra Thürmann von der Universität Witten-Herdecke das Problem in den Griff bekommen. Die Merkkarte weise auf mögliche arzneimittelbezogene Symptome sowie auf Arzneimittel mit hohem Nebenwirkungsrisiko hin. Außerdem würden Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte darüber aufgeklärt, bei welchen Arzneimitteln sie die Patienten besonders beobachten müssten.

Wie dringlich eine umfassende Medikationsanalyse ist, machte Jaehde an konkreten Zahlen fest: In einer Stichprobe von 85.000 Pflegebedürftigen fand der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) demnach heraus, dass bei 10 Prozent der Patienten die Medikation nicht der ärztlichen Anordnung entsprach. Bei 14 Prozent war der Umgang mit Arzneimitteln nicht sachgerecht, etwa weil die gestellten Arzneimittel nicht mit den Angaben in der Dokumentation übereinstimmten, so Jaehde. Gerade hier sei aber angezeigt, die Dosierung an die Nierenfunktion anzupassen, um das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu senken. In Deutschland sind zurzeit etwa 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig, von denen 764.000 in einem Pflegeheim untergebracht sind. (cd)

Beitrag erschienen in der Pharmazeutischen Zeitung / Nachrichten, 27.05.2016

pharmacon Meran weiter auf Wachstumskurs

850 Teilnehmer – zahlreiche junge Pharmazeutinnen und Pharmazeuten und ein begeisterndes Programm.

Eschborn/Meran, 27.05.2016 – Mit 850 Teilnehmern, unter Ihnen zahlreiche junge Apothekerinnen und Apotheker, ging heute (Freitag) der 54. Internationale Fortbildungskurs für praktische und wissenschaftliche Pharmazie der Bundesapothekerkammer (pharmacon) in Meran zu Ende. Damit wurde das bereits sehr gute Vorjahresergebnis nochmals übertroffen. Eine Woche lang drehte sich im Meraner Kurhaus alles um Schmerz, Geriatrie und Pädiatrie sowie um die zukünftigen Aufgaben der Pharmazie. TOP-Referenten boten hierzu mit erstklassigen Vorträgen und Seminaren einen hervorragenden Überblick über den aktuellen Stand der pharmazeutischen Wissenschaft.

Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, freut sich nicht nur über den stabilen Wachstumskurs des Kongresses. Für ihn ist auch besonders wichtig, dass erneut rund 150 Pharmaziestudierende oder Pharmazeuten im Praktikum aus Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Mainz, Münster sowie erstmals auch aus Tübingen nach Meran anreisten. Auch dies spreche für die wissenschaftliche Qualität der Fortbildung. „Die Pharmazie in Deutschland bereitet sich auf neue Zukunftsaufgaben vor. Dafür ist der  enge Austausch zwischen der Bundesapothekerkammer und den pharmazeutischen Universitätsinstituten besonders wichtig. So können wir sicherstellen, dass sich die Studierenden möglichst früh mit den Erfordernissen der praxisorientierten Offizinpharmazie vertraut machen. Die rege Beteiligung von Studierenden an den pharmacon Kongressen in Meran und Schladming zeigen, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind“, erklärte der BAK-Präsident.

Für Metin Ergül ist es neben der erstklassigen Fortbildung auch die Möglichkeit zum intensiven Austausch mit Kollegen, die für stetig wachsende Teilnehmerzahl des Meraner Kongresses mit verantwortlich ist. Um hierfür optimale Voraussetzungen zu schaffen, hat der Geschäftsführer der Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker mbH, die im Auftrag der Bundesapothekerkammer die pharmacon Kongresse ausrichtet, gemeinsam mit seinem Team ein attraktives Rahmenprogramm zusammengestellt. „Um allen Geschmäckern entgegen zu kommen, haben wir für die kongressfreien Zeiten unterschiedlichste Angebote entwickelt, die vom klassischen Konzert mit den Preisträgern des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert über botanisch-wissenschaftliche Exkursionen bis hin zu geführten E-Bike-Touren reichen.“ Ein besonderes Highlight war die pharmacon Dance Night am Mittwoch, die mit 250 Teilnehmern hoch oben auf Meran 2000 einmal mehr komplett ausgebucht war. Wie gut „Eine Band namens Wanda“ mit den besten Hits aus den aktuellen Charts, 70er-Disco, Rock und Neuer Deutscher Welle bei den Gästen ankam, zeigt schon die Tatsache, dass sich die letzten Teilnehmer erst mit der Gondel um ein Uhr morgens auf den Weg zur Talstation machten. Unterstützt wurde das Rahmenprogramm von den Unternehmen Rausch (Konzert) sowie ADG und AVP (Dance Night). Bis auf den letzten Standplatz ausverkauft  war zudem die begleitende Kongressaustellung. Denn für die Unternehmen ist die Möglichkeit, eine ganze Woche lang mit ihren Kunden auch einmal ohne den Alltagsstress ins Gespräch zu kommen, eine einmalige Gelegenheit.

Dr. Andreas Kiefer und Metin Ergül sind sich einig, dass der pharmacon Meran 2016 rundum erfolgreich verlief. Die Kombination aus hochwertiger Fortbildung und attraktiver Freizeitgestaltung sowie das Zusammenkommen von Apothekern aller Altersstufen trage nicht nur zur Qualifizierung, sondern auch zum für die Zukunft so wichtigen Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Berufes bei.