News

Hier finden Sie aktuelle Nachrichten, Hinweise auf Events, Interviews und Ausstellerinformationen.

Wird die Minitablette die neue Arzneiform für Kinder?

Sogenannte Minitabletten sind Professor Dr. Jörg Breitkreutz zufolge auf dem Vormarsch bei den kindgerechten Darreichungsformen. Was dahinter steckt, erklärte der pharmazeutische Technologe von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming.

Der »Godfather der Minitablette«, Jobst Mielck, habe Minitabletten definiert als Tabletten, die kleiner sind als vier Millimeter, berichtete Breitkreutz. Vorteilhaft sei: Die kleindimensionierten Tabletten könnten technologisch modifiziert werden. »Wir können viele Veränderungen, zum Beispiel der Freisetzung, des Geschmacks oder der Magensaftresistenz, vornehmen. Zudem können können wir Minitabletten, ähnlich wie Pellets, coaten oder befilmen und damit ihre Eigenschaften verändern«, führte Breitkreutz aus. Die Darreichungsform könne sowohl multipartikulär als auch – sofern der Wirkstoff niedrig dosiert werden kann – monolithisch, also als einzelne Tablette, verabreicht werden. …Hier weiterlesen

Kritische Nährstoffe im Alter

Mit dem Alter verändert sich der Körper und damit auch die empfohlene Ernährung. Worauf ältere Menschen besonders achten sollten und welche Nährstoffe mitunter kritisch sind, erläuterte Professor Dr. Martin Smollich beim Pharmacon in Schladming.

Zentral ist der veränderte Energie- und Nährstoffbedarf im Alter. Der Körper benötigt weniger der Energielieferanten Kohlenhydrate und Fett. Außerdem sinkt der Grundumsatz. Während die Portionen dementsprechend kleiner werden, bleibt der Bedarf an Mikronährstoffen jedoch überwiegend gleich. »Die Konsequenz ist, dass die Mikronährstoffdichte ansteigen muss«, erklärte Smollich, Leiter der Arbeitsgruppe Pharmakonutrition am Institut für Ernährungsmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck. Zusätzlich wird die Mikronährstoffaufnahme durch die im Alter reduzierte intestinale Absorption und die verringerte Magensäureproduktion erschwert. Weitere Risikofaktoren für eine Mangelernährung sind Zahnprobleme, Demenz, eingeschränkte Mobilität, ein nachlassendes Hunger- und Sättigungsgefühl sowie unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie Mundtrockenheit oder Appetitlosigkeit. …Hier weiterlesen

Fokus auf die Begleitmedikation

Bei einer Katarakt-Operation wird die trübe Linse mittels Sonografie zerkleinert, abgesaugt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Wie die medikamentöse Begleittherapie aussieht und warum die OP bei Männern mit Prostatahyperplasie erschwert sein kann, verriet Professor Dr. Karl Ulrich Bartz-Schmidt beim Pharmacon in Schladming.

Etwa jede fünfte Person zwischen 65 und 74 Jahren und jede zweite Person ab 75 Jahren hat einen Grauen Star. Damit zählen die ein- oder beidseitig eingetrübten Augenlinsen, auch Katarakt genannt, zu den häufigsten Augenerkrankungen in Deutschland. Standardtherapie ist eine Operation, bei der die trübe Linse entfernt und eine Kunstlinse eingesetzt wird. …Hier weiterlesen

Wo die Grenzen der Therapie liegen

Bluthochdruck sollte auch bei alten Menschen bis zum Zielwert behandelt werden sofern sie die Therapie vertragen. Welche Blutdruckziele anzustreben sind, erklärte Professor Dr. Dietmar Trenk beim Pharmacon in Schladming.

Das Blutdruckprofil ändert sich mit den Jahren. »Eine isolierte diastolische Hypertonie gibt es fast nur bei jungen Menschen; bei alten Patienten liegt fast immer eine isolierte systolische Hypertonie vor«, erklärte der Apotheker und Leiter Abteilung Klinische Pharmakologie am Universitäts-Herzzentrum Campus Bad Krozingen. Die isolierte systolische Hypertonie (ISH) ist definiert als erhöhter systolischer Blutdruck mit normalen oder niedrigen diastolischen Werten. Die große Blutdruckamplitude entsteht bei zunehmender arterieller Gefäßsteifigkeit und erhöhter Reflexion der Druckwelle. …Hier weiterlesen

Pressemeldung: Erfolgreicher pharmacon Schladming

Eschborn/Schladming (23. Januar 2023) – Hervorragende praxisnahe Fortbildung und viel persönlicher Austausch – das zeichnete den Fortbildungskongress pharmacon der Bundesapothekerkammer aus, der am letzten Freitag in Schladming zu Ende ging. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte der traditionsreiche Kongress endlich wieder als Vor-Ort-Veranstaltung stattfinden. Rund 950 Apothekerinnen und Apotheker sowie viele Studierende, Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum wurden vor Ort und @home mit diesem Kongress erreicht. Weitere Interessierte können sich noch im Nachhinein beim pharmacon On Demand anmelden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ihr Wissen bei insgesamt 15 Vorträgen zum Schwerpunktthema „Der junge und der alte Patient“, bei zwei Seminaren sowie einer berufspolitischen Veranstaltung auffrischen, beziehungsweise sich auf den aktuellen Stand bringen lassen. Sie erlebten eine Woche lang hochwertige Fortbildung mit hoher Relevanz für die tägliche Arbeit in der Apotheke. Das abwechslungsreiche Programm hatte wie gewohnt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesapothekerkammer zusammengestellt. Die beiden Moderatoren Professorin Dr. Ulrike Holzgrabe und Ulrich Koczian führten versiert durch die Tage und sorgten bei den Diskussionen mit den Referentinnen und Referenten dafür, dass Aspekte und Fragen aus der Apothekenpraxis zur Sprache kamen.

„Der pharmacon-Kongress gilt als die wichtigste Fortbildung für Apothekerinnen und Apotheker. Er ist auch dieses Mal wieder seinem Anspruch gerecht geworden, Wissenschaft und Apothekenpraxis interessant und fesselnd zusammenzubringen. Ich danke dem Wissenschaftlichen Beirat, der das attraktive Programm erstellt und hochkarätige Referentinnen und Referenten eingeladen hat“, sagt Thomas Benkert, Präsident der Bundesapothekerkammer. „Uns ist es beim pharmacon immer wichtig, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Referentinnen und Referenten ins Gespräch kommen, dass sich Praxis und Wissenschaft gegenseitig befruchten. Ich bin sehr froh, dass dies hier in Schladming wieder gelungen ist.“

Die Teilnahme am pharmacon vor Ort bot die Möglichkeit, bis zu 43 Fortbildungspunkte zu erwerben. Diese sind nahezu ein Drittel der für das Fortbildungszertifikat erforderlichen Punkte.

„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten ein großes Bedürfnis nach persönlichem Austausch“, resümiert Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker, die den Kongress organisiert hat. „Man hat es in den Vortragspausen gemerkt, beim Bankabend mit Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio und an den Info-Ständen der Aussteller im Kongresshaus.“

Die gelungene Mischung aus Fortbildung, Rahmenprogramm und Networking an einem attraktiven Ort machte offenbar Lust auf mehr. Viele Teilnehmende haben schon jetzt angekündigt, den pharmacon Meran zu besuchen, welcher vom 04. bis 09. Juni 2023 stattfindet und sich mit den Themen „Atemwegserkrankungen“, „Tumorerkrankungen“ und „Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP – Advanced Therapy Medicinal Products)“ beschäftigt.

Der pharmacon Schladming 2023 wurde erstmals als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt: Wer nicht vor Ort dabei sein konnte, hatte im Rahmen vom pharmacon@home die Möglichkeit, an den sechs Abenden der Kongresswoche einen aufgezeichneten Tagesvortrag zu hören. Dieses während der Corona-Pandemie entwickelte Angebot ist mittlerweile als digitale Ergänzung fester Bestandteil der Kongresse geworden. So war auch pharmacon Meran im vergangenen Jahr bereits eine Hybrid-Veranstaltung.

Nun geht pharmacon Schladming in die Verlängerung: Für alle, die keine Gelegenheit zur Teilnahme hatten, einen Vortrag verpasst haben oder ein Thema noch einmal hören möchten, gibt es ein On-Demand-Angebot. Vom 25. Januar bis 24. Februar 2023 stehen alle Vorträge auf der Kongress-Website zur nachträglichen Ansicht zu Verfügung.

Pharmacon Schladming geht weiter im Netz

Hervorragende praxisnahe Fortbildung und viel persönlicher Austausch – das zeichnete den Fortbildungskongress Pharmacon der Bundesapothekerkammer aus, der am letzten Freitag in Schladming zu Ende ging. Ab Mittwoch gibt es zudem ein On-Demand-Angebot für Daheimgebliebene.

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte der traditionsreiche Kongress endlich wieder als Vor-Ort-Veranstaltung stattfinden. Rund 950 Apothekerinnen und Apotheker sowie viele Studierende, Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum wurden vor Ort und mit einer Vortragsausstrahlung jeden Abend auch @home mit diesem Kongress erreicht. Die Teilnahme am Pharmacon vor Ort bot die Möglichkeit, bis zu 43 Fortbildungspunkte zu erwerben. Diese sind nahezu ein Drittel der für das Fortbildungszertifikat erforderlichen Punkte. Weitere Interessierte können sich noch im Nachhinein beim »Pharmacon On Demand« anmelden. …Hier weiterlesen

Variantenchaos, Long Covid und das Ende der Solidarität

Solidarische Schutzmaßnahmen enden – Long Covid aber bleibt. Etwa 10 Prozent der Coronapatienten erkranken daran. Professor Dr. Theo Dingermann rät daher, sich und andere weiterhin vor einer Coronainfektion und ihren schwer behandelbaren Folgen zu schützen. Beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming erklärte er, warum FFP-2-Masken so effektiv sind, warum SARS-CoV-2 theoretisch zu mehr als 2000 Varianten mutieren kann und welche zukünftig dominieren könnten.

»Ob wir wirklich am Ende sind, wird sich noch zeigen«, sagte Dingermann über die Pandemie, die er als »biologisches Experiment wider Willen« bezeichnete. Der Senior-Editor der Pharmazeutischen Zeitung nahm die Kongressteilnehmerinnen und Kongressteilnehmer mit auf eine Reise durch die Mutationsentwicklung von SARS-CoV-2. …Hier weiterlesen

Nachlassende Organfunktionen im Alter bei Therapie beachten

Physiologische Veränderungen im Alter erhöhen das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Insbesondere eine nachlassende Funktion von Leber und Nieren ist bei der Auswahl und Dosierung von Arzneistoffen zu berücksichtigen.

Im Laufe des Lebens lässt die Leistungsfähigkeit vieler Organe nach. Als wichtige Beispiele hob Professor Dr. Ulrich Jaehde von der Universität Bonn beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming die Leber und die Nieren hervor. So nehme die Prävalenz einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) mit dem Alter zu. Die CKD sei ein häufiger Zustand bei älteren Menschen. Genauso werde die Leber im Alter krankheitsanfälliger. Durch Veränderungen in der Pharmakokinetik und -dynamik erhöhen alternde Organe in Summe damit das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW). …Hier weiterlesen

Apotheken in Not – wie gegensteuern?

Apotheken sehen sich aktuell einer Reihe an Herausforderungen gegenüber, inklusive Lieferengpässen und erhöhtem Kassenabschlag. Wie berufspolitisch gegengesteuert wird, war Thema einer Diskussionsrunde beim Pharmacon in Schladming.

»Wir sind in einer Zeit des Übergangs«, stellte Dr. Sebastian Schmitz, Hauptgeschäftsführer der ABDA, einleitend fest. Nachdem in den vergangenen Jahren die Pandemie im Fokus stand, sei nun wieder »normale Gesundheitspolitik« an der Reihe. Positiv hob er hervor, dass Apotheken ihre Rolle mit pharmazeutischen Dienstleistungen, Impfen und Digitalisierung stärken konnten. »Maßlos enttäuscht« zeigte er sich über die befristete Erhöhung des Kassenabschlags: »Kein schöner Dank für die Leistungen in der Pandemie.« …Hier weiterlesen

Die drei großen D der Alterspsychiatrie

Über-80-Jährige erhalten drei- bis viermal so viele Psychopharmaka wie 40- bis 50-Jährige. Was bei ihrem Einsatz zu beachten ist und wie die Apotheke die Adhärenz unterstützen kann, erläuterte Apotheker Dr. Otto Dietmaier beim Pharmacon in Schladming.

Mehr als 50 Prozent der Bewohner von Altenheimen erhalten Psychopharmaka, etwa 60 Prozent der Pflegebedürftigen eine Polymedikation. »Der Fokus muss auf diesen Patienten liegen«, betonte der ehemalige leitende Pharmaziedirektor am Klinikum am Weissenhof, Zentrum für Psychiatrie, Weinsberg. Denn altersbedingte Veränderungen der Pharmakokinetik führten dazu, dass Psychopharmaka im Alter bei gleicher Dosierung deutlich stärkere Effekte und deutlich mehr Nebenwirkungen hätten als bei jüngeren Patienten. Wenn dann Gebrechlichkeit (Frailty-Syndrom), Exsikkose und Gewichtsverlust hinzukämen, fehlten zusätzlich wichtige Kompensationsmechanismen. Die vermehrt auftretenden Nebenwirkungen beeinträchtigten dann oftmals die Compliance. …Hier weiterlesen

Was bei Älteren zu beachten ist

Entzündliche Gelenkerkrankungen sind häufig und hoch belastend. Warum MTX und Corticosteroide immer noch einen hohen Stellenwert haben und was in der Therapie bei älteren Menschen zu beachten ist, erklärte Rheumatologe Professor Dr. Harald Burkhardt beim Pharmacon Schladming.

Etwa 500 Krankheitsbilder werden umgangssprachlich als »Rheuma« zusammengefasst. Bei den entzündlichen Gelenkerkrankungen dominiert die Rheumatoide Arthritis (RA), die auch als »Late-onset RA« auftreten kann, gefolgt von der Polymyalgia rheumatica (PMR). »Eine RA führt unbehandelt zu schwersten Deformationen der Gelenke«, warnte Burkhardt, Abteilung Rheumatologie der Goethe-Universität Frankfurt. Die RA betrifft zunächst symmetrisch die Fingergrund- und -mittelgelenke sowie Handgelenke und Vorderfuß und manifestiert sich auch systemisch, zum Beispiel in Lunge, Haut und Gefäßen. Bei älteren Patienten könnten polymyalgieforme Schmerzen im Schulter- und Beckengürtel sowie Oberschenkelbereich auftreten. …Hier weiterlesen

Wenn das Abnehmen einfach nicht klappen will

Ähnlich wie bei Fett-, Muskel- oder Leberzellen können auch die Insulinrezeptoren im Gehirn insulinresistent werden. Professor Dr. Hubert Preißl von der Universität Tübingen, der zum Thema forscht, berichtete beim Pharmacon in Schladming über die neuesten Erkenntnisse zur zentralen Insulinresistenz.

Bei Menschen mit Diabetes mellitus sprechen die Insulinrezeptoren nicht mehr ausreichend auf das blutzuckerregulierende Hormon Insulin an. Folglich ist die Aufnahme von Glucose in die Zellen gestört. Auch im Gehirn gibt es Insulinrezeptoren. Diese können, wie die peripheren, insulinresistent werden. …Hier weiterlesen

Jeder Husten klingt anders – aber wie?

Wie klingen Keuchhusten, RSV-Infektion oder gar eine Lungenentzündung? Und wann ist Husten bei Kindern ein Notfall? Das demonstriert Kinderarzt Dr. Steffen Fischer im Videointerview mit der PZ.

Husten ist nicht gleich Husten – je nachdem, welche Bereiche der Atemwege betroffen sind, klingt Husten anders. Das hilft nicht nur dem Arzt bei der Diagnose. Bei welcher Art von Husten Eltern mit ihrem Kinder sofort zum Arzt fahren sollten oder gar Erste-Hilfe-Maßnahmen notwendig sind, erklärte Kinderarzt Dr. Steffen Fischer, Hochheim am Main, beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming. …Hier weiterlesen

»Je jünger das Kind, desto eher zum Arzt«

Kleinkinder erleiden durchschnittlich sechs bis zehn Infekte pro Jahr. Wann die Grenzen der Selbstmedikation bei Kindern mit Fieber, Husten, Durchfall oder Erbrechen erreicht sind, erklärten Apothekerin Dr. Miriam Ude und Kinderarzt Dr. Steffen Fischer in einem gemeinsamen Vortrag beim Pharmacon in Schladming.

Bei Kindern, insbesondere bei Kleinkindern, sind strenge Grenzen der Selbstmedikation zu beachten. »Prinzipiell gilt: Je leiser das Kind, desto kritischer ist es krank. Je jünger das Kind, desto diskreter sind die Krankheitszeichen und desto eher braucht es ärztliche Unterstützung«, betonte Ude, Fachapothekerin für Arzneimittelinformation. …Hier weiterlesen

Individueller und gemeinschaftlicher Nutzen

Lässt sich jemand impfen, schützt das nicht nur den Impfling; auch der Rest der Bevölkerung profitiert. Professor Dr. Thomas Weinke vom Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam ging passend zum Motto des Pharmacon-Kongresses 2023 auf Impfungen für junge und alte Menschen ein.

Während der Impfgedanke hinsichtlich des Schutzes von Kindern und Säuglingen in der Bevölkerung längst angekommen ist, sind die Durchimpfungsraten bei älteren Menschen noch nicht da, wo sie sein sollten. Darauf wies Weinke zu Beginn seines Vortrags hin. Im Alter zwischen 60 und 67 Jahren seien beispielsweise nur 15 bis 20 Prozent der Menschen in Deutschland gegen Pneumokokken geimpft. Noch viel Luft nach oben also, denn Erwachsene sollten als Standard-Impfung ab dem Alter von 60 Jahren mit einem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff immunisiert werden. …Hier weiterlesen

Deutlich mehr Depressionen in der Pandemie

Psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen haben in der Pandemie massiv zugenommen – nicht aber die therapeutischen Angebote. »Diese Kinder sind therapeutische Waisen«, sagte Professor Dr. Paul Plener von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien beim Pharmacon in Schladming.

Psychische Erkrankungen sind bei Kindern und Jugendlichen relativ häufig und sie manifestieren sich früh. »Die Hälfte aller psychischen Erkrankungen tritt bis zum 14. Lebensjahr zum ersten Mal auf; betrachtet man die Zeitspanne bis zum 25. Lebensjahr, sind es sogar 75 Prozent«, informierte der Kinder- und Jugendpsychiater. Impulskontroll- und Angststörungen zeigen sich meist früh, median im elften Lebensjahr, während affektive Störungen später einsetzen. …Hier weiterlesen

Minitabletten sind »der letzte Schrei«

Klein, aber oho! Sogenannte Minitabletten sind Professor Dr. Jörg Breitkreutz zufolge auf dem Vormarsch bei den kindgerechten Darreichungsformen. Was dahinter steckt, erklärte der pharmazeutische Technologe von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming.

Der »Godfather der Minitablette«, Jobst Mielck, habe Minitabletten definiert als Tabletten, die kleiner sind als vier Millimeter, berichtete Breitkreutz. Vorteilhaft sei: Die kleindimensionierten Tabletten könnten technologisch modifiziert werden. »Wir können viele Veränderungen, zum Beispiel der Freisetzung, des Geschmacks oder der Magensaftresistenz, vornehmen. Zudem können können wir Minitabletten, ähnlich wie Pellets, coaten oder befilmen und damit ihre Eigenschaften verändern«, führte Breitkreutz aus. Die Darreichungsform könne sowohl multipartikulär als auch – sofern der Wirkstoff niedrig dosiert werden kann – monolithisch, also als einzelne Tablette, verabreicht werden. … Hier weiterlesen

Neues zu Arzneimitteln in der Schwangerschaft

Arzneimittel in der Schwangerschaft können gefährlich, aber bei bestimmten Erkrankungen auch lebenswichtig für Mutter und Kind sein. Professor Dr. Holger Stepan vom Universitätsklinikum Leipzig referierte beim Pharmacon in Schladming zu den aktuellsten Erkenntnisse über Acetylsalicylsäure zur Präeklampsie-Prophylaxe, zu Misoprostol zur Geburtseinleitung sowie zur Covid-19-Impfung in der Schwangerschaft.

Die Einnahme von Arzneimitteln während der Schwangerschaft sollte stets unter sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen, stellte Professor Dr. Holger Stepan vom Universitätsklinikum Leipzig klar. Einige Erkrankungen oder Risikofaktoren machen eine Medikamenteneinnahme jedoch meist unumgänglich. …Hier weiterlesen

Wie Demokratien sich behaupten können

Als Kontrapunkt zum pharmazeutisch-wissenschaftlichen Programm hielt der Richter am Verfassungsgericht a.D. Professor Udo Di Fabio ein feuriges Plädoyer für einen leistungsorientierten und prinzipientreuen demokratischen Rechtsstaat.

Es ist der traditionelle Kontrapunkt während einer anspruchsvollen Fortbildungswoche im Rahmen der Pharmacon-Winterkongresse: Der Bankenabend, zudem die Apobank nicht nur ihre Kunden, sondern auch einen ausgewiesenen Referenten einlädt. In diesem Jahr sprach der renommierte ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Professor Udo Di Fabio, der ein feuriges Plädoyer für einen leistungsorientierten und prinzipientreuen demokratischen Rechtsstaat hielt. …Hier weiterlesen

Ein »Game Changer« für die Adhärenz?

Eine digitale Betreuung kann die Therapieadhärenz junger und alter Patienten verbessern – davon ist die Professorin Dr. Stefanie Läer überzeugt, wie sie beim Fortbildungskongress Pharmacon deutlich machte. Doch wie steht es um die Evidenz?

Besonders bei chronischen Erkrankungen ist mangelnde Therapieadhärenz ein großes Problem, betonte Läer vom Institut für Klinische Pharmazie und Pharmakotherapie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf am gestrigen Sonntag in Schladming. Von der ärztlichen Untersuchung und der Einlösung des Rezepts in der Apotheke vergingen je nach Erkrankung typischerweise einige Wochen oder Monate, bis der Patient erneut in der Praxis oder Apotheke vorstellig werde, schilderte die Ärztin und Apothekerin. In diesem Zeitraum sei der Patient auf sich allein gestellt und man könne nur hoffen, dass er adhärent sei. »Aber das klappt nicht wirklich«, sagte sie. … Hier weiterlesen